JKKlaus Hägele - Zwischen Theologie, Spiritualität, Musik und Organisation

Kirche, Gemeinde und Gottesdienst

Während meiner Ausbildungszeit als Vikar der Württembergischen Landeskirche 1984-1987 war ich in der Evangelischen Kirchengemeinde St. Leonhard in Stuttgart-Mitte. Die Leonhardskirche ist eine der schönsten und ältesten Kirchen Stuttgarts und liegt zwischen dem Rotlichtviertel und der Innenstadt. Hier fand ich eine ökumenisch und – in Württemberg ungewöhnlich – liturgisch akzentuierte Gemeindepraxis vor. In beiden Bereichen konnte ich praktisch-theologisch vieles lernen und mir vor allem einen Fundus von „Handwerkszeug“ aneignen, von dem ich bis heute profitiere. An dieser Stelle eine Empfehlung für die Gottesdienstgestaltung: das Liturgie-Kontor „Maria Magdalena“ von Reinhard Brandhorst, der damals Pfarrer an St. Leonhard war.

Nach der Ordination am 8. März 1987 arbeitete ich für drei Jahre als Pfarrer im Entsendungsdienst in der Martin-Luther-Gemeinde in Böblingen, wo ich hauptsächlich für eine Stadtrandsiedlung zuständig war. Hier wurde ich auch – zunächst nicht ganz freiwillig – auf die religionspädagogische Spur Förderschule gesetzt, der ich seitdem gefolgt bin.

Der Wechsel nach Berlin fiel in die Zeit zwischen dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung. Ich studierte Judaistik an der Freien Universität. Ehrenamtlich war ich viele Jahre in der Luisengemeinde in Charlottenburg tätig und konnte einen kleinen Beitrag zu einem breit gefächerten Gottesdienstleben leisten. Unter anderem war ich am Aufbau einer Arbeitsgemeinschaft Thomasmesse und der Durchführung von monatlichen Segnungs- und Salbungsgottesdiensten beteiligt.

Anfang der neunziger Jahren riefen wir das Ev.-franziskanische Stadtkloster Maria Magdalena ins Leben als geistlich bestimmte Lebensgemeinschaft mit täglichem Stundengebet. Wohnung und Kapelle fanden wir im Luisengemeindehaus. Ein Förderverein und ein landeskirchlicher Kurator begleiteten uns. Wir hatten freundschaftliche Beziehungen zu katholischen Kommunitäten. Nach einigen Jahren zu dritt mussten wir 1997 schweren Herzens aufhören, vor allem, weil es uns nicht gelang, innerhalb unserer Kirche wirklich Fuß zu fassen und weitere Mitschwestern oder -brüder zu gewinnen.

Als bis 1993 eine ganze Reihe von Freunden an den Folgen von AIDS verstorben war, wollten meine Frau Dorothea Strauß und ich den ausgrenzenden Umgang der Kirchen mit dem Thema und die Heimatlosigkeit der Menschen mit HIV in den Kirchen nicht länger tatenlos hinnehmen und gründeten die Ökumenische AIDS-Initiative KIRCHE positHIV, die sie seitdem als AIDS-Beauftragte der Landeskirche leitet. Ich selbst arbeite ehrenamtlich im Basisteam mit, koordiniere die Gottesdienste und gestalte den Mahlfeierabend, eine meditative Wochentagsmesse.

Innerhalb des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB) bin ich Vorsitzender der Theologischen Kommission.

Gelegentlich werde ich als Referent für Vorträge oder Seminare zu den Themenbereichen Spiritualität, Gottesdienst und Ökumene angefragt.

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