Texte

Wir haben hier keine bleibende Stadt,

sondern die zukünftige suchen wir.

(Hebräer 13,14)

Christliche Spiritualität


Deiner wart ich mit Verlangen. Mystische Spiritualität entdecken mit dem Evangelischen Gesangbuch

Ökumenische Existenz in Berlin-Brandenburg Bd. 7, 133 Seiten, WDL-Verlag, Berlin 2006

Evangelischer Glaube und mystische Spiritualität - kann das überhaupt zusammengehen? Vielen Vorbehalten zum Trotz erweist sich gerade das Evangelische Gesangbuch mit seinen schönen alten Chorälen als Schatzkammer reformatorisch geprägter Mystik.

Leseprobe     Inhaltsangabe     Rezension



Christliche Mystik in Liedern Paul Gerhardts zum weihnachtlichen und österlichen Festkreis

Vortrag am 23. April 2012 im Kloster Michaelstein, Blankenburg/Harz beim 20. Treffen der Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland

„In gewisser Weise sind wir Evangelischen, was die Spiritualität betrifft, Zisterziensererben zweiten oder dritten Grades.“ Ausgehend von der Passionsmystik des 12. und 13. Jahrhunderts entwickelte sich die christlich-abendländische Mystik über die alltagsorientierte, philosophisch grundierte Mystik der Eckhart-Schule und die vergeistigte und popularisierte Beziehungsmystik im Spätmittelalter weiter, ehe sie durch Martin Luther eine maßvolle Umformung erfuhr. Die lutherische Orthodoxie suchte den Anschluss an die mystischen Traditionen. Paul Gerhardt brachte in seiner Poesie das reformatorische Glaubensverständnis mit der mystischen Vorstellungswelt und Begrifflichkeit zum Ausdruck.

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Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Ein lutherisch-mystisches Kirchenlied Paul Gerhardts

bearbeiteter und erweiterter Geistlicher Vortrag in der Genezarethkirche Berlin-Neukölln am 22.6.2015

Die Welt ist der schöne Garten Gottes, der dazu einlädt, Herz und Sinne zu öffnen: für das Geschenk, in seiner Mitte zu leben; dafür, dass die Welt sich als Schöpfung Gottes verkündigt; für den alles umfassenden orchestralen Klang ihres Gotteslobs, in den einzustimmen sie einlädt – und in dieser spirituellen "Outdoor-Culture" (Geh aus, Mein Herz) in neuer Verbundenheit mit Gott und allem, was ist, sich jenseits der Verkrümmung in sich selbst als Ich wiederzufinden. Paul Gerhardt beschreibt den so befreiten Menschen als eine "schöne Blum" im Garten des Gottes, der selbst bereits in diesem Leben "so schön" ist. Im versprochenen Paradiesgarten "nach dieser Welt" wird die Erfahrung von Freude, Schönheit und Wohlgeschmack ("süßer Gott") noch weit übertroffen werden. Diese hoffnungsvolle Aussicht hilft, die Beschwernisse dieses Lebens nicht zu verdrängen, zu verharmlosen oder das Gotteslob von ihnen ersticken zu lassen. Alles ist Klang, gegen die stummen Mächte des Todes.

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Luther strikt mystisch verstehen! - Ein Zwischenruf zum Reformationsjubiläum

Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 10/2013, S.586-588

Luthers Theologie hat einen klaren aus der abendländisch-mystischen Tradition gespeisten Kern, den zu übersehen zu seinen Lebzeiten und bis heute schwerwiegende Folgen gezeitigt hat. Seine völlig unesoterische Mystik will für unsere Zeit neu entdeckt werden.

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Kirche, Ökumene und Orden


„Die Kirche hat Aids!“ - 20 Jahre für Inklusion: Die ökumenische Aids-Initiative KIRCHE positHIV (2013)

Germania Franciscana. Beiträge aus der Deutschen Franziskanerprovinz, hg. Deutsche Franziskanerprovinz von der Hl. Elisabeth München, 3 (2013) Nr.2, S.298-305

Inklusion muss ein kirchliches Querschnittsthema werden. Das erfordert eine Weiterentwicklung der kirchlichen Kultur. Ein bis heute wenig bearbeitetes Feld ist HIV/Aids. Die HIV-Infektion hat mit Kontakt, Grenzen und Intimität zu tun – und führt deshalb schnell zu Stigmatisierung und Verschiebung des Problems in die Ferne.

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Der Gemeinschaft in Christus nichts vorziehen. Zur gesamtkirchlichen Relevanz von Ordenstheologie und kommunitären Gemeinschaften

Theologische Quartalschrift, Tübingen, Heft 1/2007, S. 54-76

In welchen Gemeinschaftsformen wird kirchliches Leben konkret? Neben Familie und örtlicher Gemeinde spielten in der Geschichte von Anfang an Orden und Kommunitäten eine wichtige Rolle. Im Protestantismus lange Zeit vergessen, gibt es sie auch hier wieder – aufs Ganze gesehen als Randerscheinung. Inwiefern sie für die Kirche(n) entscheidend wichtig sind und warum die für die Ordenstheologie zentralen Konzepte von Armut, Keuschheit, Gehorsam und von stabilitas gar den Kern kirchlicher Ethik zu beschreiben vermögen.

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Für-einander-Sein. Die Dynamik der Christusgemeinschaft

Vortrag beim Treffen Geistlicher Gemeinschaften in Deutschland (TGG), Kloster Triefenstein, 16.11.2011

Gottes Sein selbst ist eine dreifaltige Pro-Existenz.
Christlicher Glaube ist von Anfang an ein Leben in Gemeinschaft. KOINONIA
Die Gemeinschaft des Glaubens verlangt nach Beständigkeit. STABILITAS
Für-einander-Sein ist das Wagnis der leeren Hände. KOMMUNION
Das Wachsen und Reifen in der Gemeinschaft erfordert Achtsamkeit. ARMUT, KEUSCHHEIT, GEHORSAM

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Interkulturell-ökumenisches Lernen durch Begegnung zwischen „alt-konfessionellen“ Kirchen und unabhängigen Gemeinden aus der Migration – Entwicklungen von 2009 bis 2022

Der erste Teil (Entwicklungen bis 2014) wurde veröffentlicht in: Armin Triebel (Hg.), Roswith Gerloff, Auf Grenzen. Ein Leben im Dazwischen von Kulturen / On the Border. An In-Between Existence, Berlin, Weissensee-Verlag 2016, S. 197-207

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Organisation, Qualität und Veränderung


Organisationskultur als gelebte Spiritualität.
Wie eine von innen erneuerte Kirche zur lernenden Organisation werden kann

– Ein Fragment (Stand Januar 2012) –

Das Anliegen des vorliegenden (fragmentarisch gebliebenen) Textes ist es, den aus meiner Sicht niemals aufzulösenden Zusammenhang zwischen Organisationsentwicklung, Kulturentwicklung und spiritueller Entwicklung zu verdeutlichen. Gerade in intensiven Zeiten von Veränderung benötigt die Evangelische Kirche gleichzeitig eine Orientierung in verschiedene Richtungen: Sie braucht einen unverstellten Blick auf die Realität, gerade auch auf die organisationale, auf die Erfordernisse guter Haushalterschaft, auf geistliches Leben aus dem Gebet – und dadurch im Abstand zur eigenmächtigen Selbstverwirklichung –, auf eine menschen- und fehlerfreundliche Kultur, und nicht zuletzt auf die Erfordernis einer Ecclesia semper reformanda. All das sind urreformatorische Anliegen. Um ihnen aber im Lebensvollzug der Kirche dauerhaft Geltung zu verschaffen, sind erhebliche spirituell-kulturelle Lernprozesse notwendig, die sich letztlich im „Lernen lernen“ verdichten müssen. So kann Kirche sich gerade von der latenten Tendenz zur Selbstbeschäftigung befreien und zu einer „Kirche für andere“ werden.

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Zum Reformprozess der EKBO – Kehre unten oder Kehre oben?

Stellungnahme zum EKBO-Werktag am 11.10.2014 von Dorothea Strauß und Klaus Hägele

Im Bild des Paternosters im neuen Imagefilm der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gesprochen, der beim landeskirchenweiten "Werktag" zum Reformprozess präsentiert wurde, sollte die Landeskirche erst den auch Trauerprozesse einschließenden Weg nach "unten" bis auf den Boden der Gegebenheiten zurücklegen, um dort einen Wendepunkt nach "oben" zu erfahren und durch den Zuspruch des Evangeliums befreit und ermutigt die Gestaltung dessen angehen, was in schwierigeren Zeiten möglich und zukunftweisend ist. Der von Bischof Dröge vorgeschlagene Weg beschreibt dagegen eine andere Bewegung.

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“...ob er genug habe um es auszuführen”
Warum Effektivität vor Effizienz geht (2005)

Oft werden die Begriffe verwechselt oder in eins gesetzt:
Was ist effektiv, was effizient? Sofern beides aufeinander bezogen und nicht marktideologisch kurzgeschlossen wird, sind dies Kategorien, die für persönliches und gemeinschaftliches Handeln wichtig sind, längst nicht nur in der Wirtschaft.

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Weitblick plus Umsicht - Perspektiven entwickeln mit ESAU und JAKOB. (2007)

Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was nutzt und was kostet es? Wie gehe ich vor?
Diese Grundfragen jeder Perspektiventwicklung werden methodisch aufbereitet und anhand der biblischen Zwillingsgestalten Jakob und Esau Schritt für Schritt nachvollzogen.

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Gottesdienst und Kirchenjahr


Circle-Training. Das Kirchenjahr als Einladung zur spirituellen Übung

Februar 2016 – u.a. als Feedback nach der Erprobungsphase des Neuordnungsentwurfs der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte von EKD, UEK und VELKD

Das Jahr der Kirche gestaltet und interpretiert die Zeiten im natürlichen Jahreslauf vom christlichen Glauben her. In regelmäßiger Wiederkehr lädt es ein, christliches Leben einzuüben. Vom liturgischen Gottesdienst her zielt diese Übung auf den gelebten Alltag. Wie beim sportlichen Kreistraining können im Jahreskreis zyklisch elementare, mit christlicher Lebensgestaltung konstitutiv verbundene geistliche Haltungen trainiert werden: die spirituellen Existenzweisen des Kirchenjahres. Dabei werden besonders die Zeiten zwischen Advent und dem Ende der Passionszeit eingehend betrachtet und teilweise ungewöhnliche Sichtweisen entfaltet: Warum der „ewige Advent“ das Christfest rahmt und der Jahreswechsel Weihnachten „oktaviert“; warum der Karneval doch nicht das wahre Fasten ist, auch wenn populäre kirchliche Fastenaktionen das implizieren; oder warum die Vorpassionszeit abgeschafft, die Epiphaniaszeit bis vor Aschermittwoch verlängert und die besondere Nähe ihrer übermütig-exaltierten Spiritualität zum Karneval fruchtbar gemacht werden sollte. Dazu werden auch die liturgischen Eigenstücke der betreffenden Sonn- und Festtage nach dem Lektionar und dem Evangelischen Gottesdienstbuch sowie nach dem Revisionsentwurf „Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte“ einer Arbeitsgruppe aus EKD, EKU und VELKD von 2014 analysiert.

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"Carne gaude!" – Von Epiphanias her die "närrische Zeit" würdigen! (2023)

Die „Fünfte Jahreszeit“ findet im katholischen wie im evangelischen Kirchenjahr keine angemessene liturgische und spirituelle Würdigung. Das Plädoyer für eine positive Sicht des Karnevalesken von Epiphanias her kontrastiert u.a. mit dem Ansatz moderner Fastenaktionen, die unter der Hand die Passions- und Fastenzeit als den eigentlichen Karneval umdeuten.

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Exsultet - Das Osterlob für die evangelische Osternachtsliturgie (2007)

Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit. Im Exsultet, dem alten, feierlichen Lobgesang der Osternachtsliturgie an der Osterkerze, ist das österliche Glaubenszeugnis poetisch-musikalisch verdichtet. In Auseinandersetzung mit der katholischen Überlieferung und evangelischen Bearbeitungen der letzten fünfzig Jahre wird ein eigener Vorschlag für den evangelischen Gebrauch vorgestellt.

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